SEO und GEO

Wir googeln seltener und fragen dafür unsere KI-Bots. Gute Nachricht: Was eine Webseite für Suchmaschinen gut macht, macht sie auch für KI-Suchen gut.

Laptop mit geöffnetem KI-Chatbot auf einem Metallschrank, Schattenwurf an der Wand

Was sich ändert

Suchanfragen werden zu ganzen Fragen: nicht mehr «Webdesign Zürich», sondern «Wer baut mir eine zweisprachige Webseite, die ich selbst pflegen kann?». Die KI fasst zusammen und nennt ein paar Quellen. Weniger Klicks, dafür Besucher*innen, die schon gut informiert sind.

SEO stirbt nicht, es ist das Fundament: KI-Suchen holen sich ihre Quellen grösstenteils aus denselben Suchindizes. Die grossen Suchmaschinen sagen es selbst: keine Spezialtricks, keine neuen KI-Dateien nötig. Eine «llms.txt» kannst du dir also sparen, solange die Grundlagen nicht sitzen.

Lass die richtigen Crawler rein

Laut einer Auswertung von Ende 2024 führt keiner der grossen KI-Crawler JavaScript aus. Texte, Preise, Öffnungszeiten gehören darum direkt ins HTML: nicht erst nachgeladen, nicht nur im Bild, nicht nur im PDF.

Kniff: Viele KI-Anbieter haben getrennte Crawler fürs Training und für die Live-Suche. In der robots.txt kannst du das Training sperren und die Suche trotzdem erlauben. Wer pauschal alle KI-Bots blockiert, wird auch nicht zitiert. Umgekehrt nimmt die Angabe «nosnippet» eine Seite aus Vorschautexten und KI-Antworten. Setz sie also nur, wo du das wirklich willst.

Melde deine Webseite in den kostenlosen Webmaster-Tools der Suchmaschinen an. Dort siehst du, welche Seiten im Index sind, welche nicht und warum.

Bilder, die mitreden

Dateinamen sind Inhalt: «buero-webdesign-zuerich.jpg» statt «IMG_4021.jpg». Kurz und beschreibend, mit Bindestrichen, ohne Umlaute. So steht es auch in den Richtlinien zur Bildersuche.

Der Alt-Text beschreibt, was zu sehen ist, so wie du es einer Person am Telefon erklären würdest: «Laptop mit geöffnetem Online-Shop auf einem Holztisch» statt «Bild1» oder einer Keyword-Liste. Rein dekorative Bilder bekommen ein leeres Alt-Attribut. Das hilft Screenreadern, der Bildsuche und der KI gleichermassen.

Dazu WebP oder AVIF, nicht grösser ausliefern als angezeigt, und Breite und Höhe angeben, damit beim Laden nichts springt. Wichtige Infos nie nur ins Bild schreiben: Text im Bild ist für Maschinen und Screenreader schlechter zugänglich als echter Text.

Titel, Adressen, Links

Jede Seite braucht einen eigenen Seitentitel, das Wichtigste vorne. Rund 55 bis 60 Zeichen werden meist ganz angezeigt. «Webdesign und Entwicklung in Zürich» schlägt «Startseite». Dazu genau eine Hauptüberschrift (H1) und eine Meta-Beschreibung von etwa 150 Zeichen, die sagt, was dich auf der Seite erwartet. Suchmaschinen schreiben sie manchmal um, eine gute Vorlage ist trotzdem der beste Start.

Adressen lesbar halten: «/leistungen/webdesign/» statt «/index.php?id=73». Änderst du eine Adresse, leite die alte dauerhaft (301) auf die neue um, sonst verlierst du, was sie sich erarbeitet hat. Linktexte sagen, wohin es geht: «Preise fürs Webdesign» statt «hier klicken». Und jede wichtige Seite sollte in wenigen Klicks erreichbar und von anderen Seiten verlinkt sein.

Sag der Maschine, was was ist

Mit strukturierten Daten nach Schema.org beschreibst du Inhalte maschinenlesbar. Konkret: Unternehmen oder Person mit Adresse und Profilen, Artikel mit Autor*in und Datum, Produkte mit Preis und Verfügbarkeit, Veranstaltungen mit Datum und Ort, dazu der Brotkrumen-Pfad. Die Angaben müssen zu dem passen, was sichtbar auf der Seite steht.

Mehrsprachig? Jede Sprache unter einer eigenen Adresse, gegenseitig verknüpft (hreflang). Und keine automatische Umleitung nach Browsersprache, sonst sehen Crawler womöglich nur eine Version.

Kniff: eine Fakten-Seite. Eine schlichte Seite mit kurzen, überprüfbaren Aussagen: wer du bist, seit wann, wo, was du anbietest, für wen, mit welchen Referenzen. Eine Aussage pro Zeile, ohne Werbesprech. Solche Sätze lassen sich leicht übernehmen, wenn eine KI ihre Antwort auf Quellen abstützt (Grounding). Wichtig: Nur, was auch sonst auf der Webseite belegt ist, und aktuell halten. So sieht meine aus.

Antwort zuerst, Werbesprech zuletzt

Schreib, wie du redest. Unter dem Titel in zwei, drei Sätzen das Wichtigste, dann die Details. Zwischentitel, die sagen, worum es geht, kurze Absätze, Listen, und für Vergleiche eine echte Tabelle statt Fliesstext.

Zahlen, Beispiele und verlinkte Quellen machen einen Text zitierbar: In einer Studie zur Optimierung für KI-Suchen wurden Texte mit Quellenangaben, Zitaten und Statistiken bis zu 40 Prozent sichtbarer. Was nicht hilft: Keyword-Dichte zählen und das Meta-Keywords-Feld füllen. Das ignorieren die grossen Suchmaschinen seit Jahren. «Innovative, ganzheitliche Lösungen» zitiert ohnehin niemand.

Schnell, auch auf dem Handy

Ladezeit ist kein Gefühl, sondern messbar. Als gut gilt: Der grösste sichtbare Inhalt steht nach höchstens 2,5 Sekunden, die Seite reagiert auf einen Klick in unter 200 Millisekunden, und das Layout springt kaum (Wert unter 0,1). Und zwar bei drei von vier echten Seitenaufrufen, Handy und Desktop getrennt.

Die häufigsten Bremsen: riesige Bilder, zu viele Schriften, Tracking- und Chat-Skripte von Drittanbietern. Kniff: Das erste grosse Bild oben nicht verzögert («lazy») laden, alle weiter unten schon. Messen kannst du das direkt in den Entwicklertools deines Browsers.

Eigenes schlägt Kopiertes – und dein Ruf zählt

Was überall steht, kennt die KI schon. Interessant wirst du mit dem, was nur du hast: Erfahrungen aus Projekten, eigene Zahlen, ehrliche Einschätzungen, eine Checkliste, ein Video mit Untertiteln oder Transkript. Jeden Inhalt nur einmal: Zwei fast gleiche Seiten machen sich gegenseitig Konkurrenz.

Ausserhalb der Webseite: ein gepflegtes Unternehmensprofil mit echten Bewertungen und Antworten darauf, Erwähnungen und Links von Partner*innen, Verzeichnissen und Medien. Überall derselbe Name, dieselbe Adresse, dieselbe Telefonnummer. Halte Inhalte aktuell, zeig das Datum, und frag ab und zu im privaten Fenster eine KI nach deinem Thema.